07.10.2019

#4 - Die Aussteller

ÖSTERREICH ZWISCHEN WELTKLAVIER UND WELTKAPFELD

Pop Art von einem Kontinent zum anderen, Neue Wilde als etablierte Größen, österreichische Altmeister und außergewöhnliche Künstlererscheinungen, die erst ganz entdeckt werden wollen. Der Kunst geht der Stoff so schnell nicht aus!

GALERIE ERNST HILGER

Zum Festival moderner Klassiker bittet man bei der Galerie Ernst Hilger. Für Frühlingsgefühle sorgen dabei „Spring Flowers“, 2017, von Alex Katz. Ein wahrlich blumiger 24 Farben-Siebdruck auf Saunders Waterford 425 gsm Papier, 102 x 140 cm, in einer Edition von 60. Mit „Rotfeldöffnungsweltenflämmler“, 2005 - 2006, Öl auf Leinwand, 300 x 160 cm, geht es dann von der US Pop Art in die von kräftiger Farbigkeit und abstrakter Formlosigkeit geprägten Universen des Gunter Damisch.
Eine gewisse Wildheit, die man auch dem kämpferischen und immer kritischen Geist Alfred Hrdlickas nicht absprechen kann, wie sich in seiner Papierarbeit „Die Börse ist der Totale Krieg“ von 1998, Kohle, Aquarell, 104 x 70 cm zeigt.

MEHR ERFAHREN


GALERIE KOPRIVA, Krems
Ganz auf die Arbeiten von Christa Hauer (1925-2013) hat sich die Galerie Kopriva Krems eingelassen, die man unter dem Titel „Euphorie aus Licht und Farbe“ präsentiert. Die Galerie Kopriva betreut den Nachlass der Malerin und zeigt einen Querschnitt mit ihren Arbeiten aus sechs Jahrzehnten. Christa Hauer zählt zweifellos zu den außergewöhnlichen Erscheinungen der österreichischen Kunst nach 1945. Neben ihrer Arbeit als Malerin hat sie sich jahrzehntelang kunstpolitisch engagiert und als Galeristin (Griechenbeisl, Wien) die sechziger Jahre mitgeprägt. Der Kunsthistoriker Konrad Oberhuber bezeichnete sie als eine von Österreichs „herausragendsten Vertretern dieser zweiten Generation des abstrakten Expressionismus, die zu den Vorbereitern von Minimalismus und Op-Art gehören.“

MEHR ERFAHREN


GALERIE ELISABETH & KLAUS THOMAN, Wien
Vier ganz klassische Positionen der österreichischen Moderne hat die Galerie Elisabeth & Klaus Thoman in der Hofburg ausgestellt. Zum einst „Neuen Wilden“ Gunter Damisch, der im Ölbild „Weltkapfeld Blauer Schlitz“, 2010, 160 x 250 cm, einmal mehr seine originäre Fantasie spielen ließ, gesellt sich Herbert Brandl. Der hat mit seiner farbintensiven, gestischen Malerei ebenfalls als Neuwilder begonnen und ist seiner malerischen Kraft mit „Ohne Titel“, 2017, Öl auf Leinen, 120 x 200 cm treu geblieben. Mit einem frühen Riesenformat von 188 x 300 cm aus dem Jahr 1957 von Hans Staudacher und dem ein Jahr davor gemalten „Numbers (für Duchamp)“ von Oswald Oberhuber finden sich zwei Meister aus der Generation davor bei Thoman.

MEHR ERFAHREN


PANARTE, Wien
Das Hauptaugenmerk von Panarte liegt in der Konkreten Kunst. Geometrische Formen, gepaart mit Mathematik, bilden die Grundlagen dieser Kunstrichtung. Die Arbeiten von Marc Adrian (1930 - 2008) passen dabei bestens in das Konzept. Der Wiener, Avantgardekünstler und Filmemacher, studierte nicht nur Bildhauerei an der Akademie, sondern auch Wahrnehmungspsychologie an der Wiener Universität und lehrte später Malerei und Ästhetische Theorie an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Bei Panarte zeigt man die Arbeit „Katangagras“ von 1974, Malerei auf Leinwand hinter Edelitglas.

MEHR ERFAHREN


GALERIE MAGNET, Völkermarkt
Was die Moderne in Kärnten an bedeutenden bildenden Künstlern hervorgebracht hat, hat natürlich bei der Galerie Magnet aus Völkermarkt seinen Platz. Unter anderem in „Versuch zum Weltklavier“, 1972, PVC und Zellzement auf Spanplatte, Dispersion, 31 x 31cm, von Hans Bischoffshausen (1923-1987), der in Feld am See geboren wurde. Doch blickte er weit in die Kunstwelt hinaus und war auch Mitglied der internationalen „Zero“-Gruppe. Oder Kiki Kogelnik (1935-1997), die aus Bleiburg stammte und als Pionierin der österreichischen Pop-Art in die Kunstgeschichte einging. Magnet zeigt ihre Seriegraphie „Prenez le temps d’aimer“, 1974, 11/90, 86 x 61 cm.

MEHR ERFAHREN
 
GALERIE ARTECONT / ARTEMONS CONTEMPORARY, Wien
Zwei besondere, einzelgängerische Positionen finden sich bei der Galerie Artecont aus Wien. „Ich bilde nicht ab – ich setze Zeichen“ sagt Drago J. Prelog, der 1939 in Celje, Slowenien, geboren wurde. Das Verhältnis Bildgeschehen zu Bildrand, rituelle Elemente und eine ausgeprägt piktographische Bildauffassung bestimmen sein Werk. So auch „Zweitwelt II“, 2019, Acryl auf Leinwand, 90 x 160 cm.
„Farbe, Dynamik, die Kraft des Lebendigen – das sind die Mittel meiner Bildgestaltung“, meinte Franz Grabmayer (1927 - 2015). Die Natur war für ihn „das Haltende und Tragende in meiner Malerei. Die Natur liefert ja sehr viel, an Farbigkeit, an Form, an Licht und an Empfindungen.“ Vor Ölbildern wie „Teichlandschaft bei Dürnhof“, von 1981, und „Felsen in Griechenland Mani“, von 1995, lässt sich das nachvollziehen.

MEHR ERFAHREN