21.10.2019

#5 - Die Aussteller

ANTIKER BOXER TRIFFT TANZENDE KRANICHE

Marmor kommt hier aus dem alten Rom, türkis gewordene Bronze aus der Etrusker-Zeit, glänzendes Silber aus dem Alten Wien und kunstvolles, rot leuchtendes Glas aus Mailand von heute. Gerade diese Vielfalt des Materials macht den Messerundgang zur aufregenden Entdeckungsreise.

CHRISTOPH BACHER ARCHÄOLOGIE ANCIENT ART, Wien

Feinkristallin ist der Marmor, aus dem ganz realistisch der Kopf eines Mannes, der als Boxer zu deuten ist, in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts nach Christus gehauen wurde. Christoph Bacher Archäologie Ancient Art hat dieses Stück in seiner faszinierenden Schatzammer voller Altertümer. Für die Wäsche nach dem Boxkampf wartet dann eine etruskische Schnabelkanne mit Bronzebecken auf den antiken Sportler. Sie ist noch älter als sein marmornes Konterfei und stammt aus dem Ende des 6. bis Anfang 5. Jahrhundert v. Chr. Dort, wo der Henkel am Krug befestigt ist, sieht man eine Sirene mit archaischem Gesicht und langen Haaren, darunter Voluten und ein Blatt. Schnabelkannen wurden im etruskischen Kernraum im nördlichen Mittelitalien hergestellt und über die Alpen bis nach Ostfrankreich und ins Mittelrheingebiet exportiert.

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KUNST & ANTIQUITÄTEN SONJA REISCH, Wien

Wer weiß, welche feuchtfröhlichen Geschichten der prachtvolle Weinkühler erzählen könnte, der bei Kunst & Antiquitäten Sonja Reisch herrlich glänzt. Der legendäre Silberschmied Klinkosch, kaiserlicher und königlicher Hoflieferant, hat ihn produziert, 2.540 Gramm ist er schwer. Gemeinsam mit einem Broschen-Paar in eleganter Flügelform, aus Platin und Gold, 18 Karat, Diamanten, ca. 9 Karat, Smaragd, Saphir, um 1900, ist das wohl die ideale Ausstattung für einen der nächsten Bälle. Den Kater danach kann man dann mit einer guten Tasse Tee bekämpfen, den man sich aus dem vierteiligen Wiener Teeservice eingießt, das Otto Prutscher entworfen hat.

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BRENSKE GALLERY, München
Besinnliches bietet sich auf dem reich mit Ikonen aus Russland und Griechenland bestückten Stand von Brenske Gallery aus München an. Hier reitet auch Elias in seinem feurigen Wagen. Eine Ikone, aus dem Russland des 17. Jahrhunderts, 27 x 23 cm im Format. Elias war ein besonders umtriebiger biblischer Prophet in der Zeit der Könige Ajab und Ahasja, im zweiten Viertel des 9. Jahrhunderts nach Christus. Unzählige Episoden sind von ihm überliefert. Oft spielt darin Feuer eine Rolle.
Wenn man bei Brenske dem alten Propheten Modernes wie das Aquarell von Paul Jenkins mit dem Titel „Phenomena Burnt Piller“ von 1962 zur Seite stellt, ergeben sich daher wunderbare Assoziationen.

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A. E. KÖCHERT JUWELIERE, Wien

Auf eine lange Geschichte blickt man bei E. A. Köchert zurück: 1814 wird das Traditionshaus gegründet, Fürst Metternich zählte zu den treusten und wichtigsten Kunden des Beginns, Kaiser Franz I. bestellte bei Köchert, Kaiser Franz Joseph ernannte Jakob Heinrich Köchert schließlich 1849 zu seinem persönlichen Juwelier – dem Kaiserlich-Königlichen Hof- und Kammerjuwelier. Auch nachdem die Monarchie versunken war, konnte man bestehen, geht immer auch mit der Zeit, bis heute, wenn auch der Mann von Welt bei Köchert fündig wird. Bei bezaubernden Manschettenknöpfen Zeppelin mit Peridot und Topas in 18 kt Gelbgold. Die harmonieren dann perfekt zu Ohrringen mit ovalen Peridots 13,26 ct und Diamanten 0,78 ct in 18 kt Weißgold, für die Dame.

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GALLERY SIKABONYI, Wien
Nicht nur edle Steine leuchten, wenn das Licht einfällt, auch Glas entwickelt einen besonderen Zauber, vor allem, wenn es farbig ist. Leuchtend rot etwa, wie es Giuliano Gaighers, 1964 in Treviglio in Italien geboren, verwendet. So gesehen bei Gallery Sikabonyi, bei einem seiner Objekte mit dem Titel „Circular motion“, Milano, 2019, Casted Glass, 50 x 38 x 8 cm. Es ist aus einer Serie, in der er formal wie farblich die Grundform der Spirale, sogar mit Ecken und Kanten, durchdekliniert.

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GALERIE DARYA, Karlsruhe
Der Kranich und speziell der Mandschurenkranich gilt in der japanischen Kultur als Vogel des Glücks. Er ist der Nationalvogel des Landes und wird heftig verehrt. Das elegante Tier ist ein Symbol für eheliche Treue und ein lan¬ges Leben. Gerne wird er auch auf dem Hochzeitskimono abgebildet. Es sind elegante Vögel, die ein schwarz-weißes Gefieder und mächtige Flügel besitzen. Sie sind insbesondere für ihre Leidenschaft zum Tanzen bekannt. Also tanzen die Glückstiere nicht nur auf dem 1000-Yen Schein, sondern bei der Galerie Darya in der Hofburg auch auf einem Paar 18 cm hoher Cloisonnée-Vasen aus Japan, die Ende des 19. Jahrhunderts, in der Meiji-Periode hergestellt und kunstvoll bemalt wurden. 

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