21.10.2019

#6 - Die Aussteller

FUJI TRIFFT AUF VESUV

Vom heiligen japanischen Berg Fuji hin zu westlichen Künstlern, die sich von Japan inspirieren ließen, und weiter zu anderen Ausblicken mit Klassikern des österreichischen 20. Jahrhunderts gehen die Blickrichtungen in der Hofburg. Dort wo sich immer schon die ganze Welt, viele Große und Mächtige, aber auch manch Kleine getroffen haben.

GALERIE BEI DER OPER, Wien
Nicht nur die Kraniche haben es aus Japan in die Hofburg geschafft. Wo Bundespräsident Thomas Klestil 2002 den japanischen Kaiser und seine Frau zum Staatsbankett lud, dort blickt man jetzt auf den heiligen Fuji. In einem Farbholzschnitt des berühmten Katsushika Hokusai (1760-1849). Das Blatt, die Nr. 19 aus der Serie „Fugaku sanjūrokkei (36 Ansichten des Fuji)“, zeigt Gäste eines Teehauses, die den vor ihnen liegenden Fuji bewundern.
Nachdem es der Galerie bei der Oper ein Anliegen ist, die Wechselwirkung der Klassischen Moderne und des japanischen Farbholzschnitts zu vermitteln, hängt man zum Vergleich etwa den frühen Holzschnitt „Wind and Rain“ von Bertha Lum (1869-1954) auf.

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DR. CHRISTIAN STEEB, Graz
Eine Miniatur auf Elfenbein, 13,5 x 10,5 cm, zeigt ein großes Stück österreichischer Geschichte: Josef Anton Fischer malte die Kaiserin Elisabeth Christine (1691 - 1750) mit ihren Töchtern Maria Theresia und Maria Anna. Elisabeth Christine wurde 1708 die Gattin des späteren Kaiser Karl VI. Sie lebte kurz in Barcelona, kam, als es in Spanien ungemütlich wurde, nach Wien, wo sie ihre Kinder gebar. Vier an der Zahl, wobei der ersehnte Thronfolger, Leopold Johann, starb. Womit nach Karls Tod der habsburgische Mannessstamm erlosch. Zum Glück überlebte Maria Theresia. Der Rest ist Geschichte. Und mit Maria Theresias Sohn, Joseph II., trifft man auf den nächsten einstigen Bewohner der Hofburg bei Dr. Christina Steeb. Auf einem Fayence Teller aus Delft, in einer Landschaftsszene mit Löwen mit Menschengesicht. Es ist eine satirische Darstellung des Löwen von Judäa vor der Thorarolle, die auf die 1778 durch Kaiser Joseph II. veranlasste Konfiskation der Kirchengüter in den damaligen Österreichischen Niederlanden anspielt.

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GALERIE MAIER, Innsbruck

Auch er ist ein berühmter Berg. Der Vesuv. Aber er liegt in Europa, im Golf von Neapel. Die Stadt stand eine Zeitlang unter habsburgischer Herrschaft, musste aber 1735 von Karl VI. an die Bourbonen abgetreten werden. Neapel und vor allem auch die vorgelagerte Insel Capri waren immer schon beliebte Ziele. Vor allem für Künstler. Nicht nur im Barock und Biedermeier, sondern auch im 20. Jahrhundert. Gerhild Diesner hat den herrlichen Ort „Capri“, in Öl auf Leinen, 1974 gemalt. Die Kirchturmkreuze in ihrem Bild leuchten dabei fast so gelb wie die „Sonnenblumen“ auf Artur Nikodems Ölbild, mit dem die Galerie Maier aus Innsbruck noch mehr südliches Flair ins herbstliche Wien bringt.

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KUNSTHANDEL SEITZ, Linz

Allerlei Blumen blühen auch auf dem Stand von Kunsthandel Seitz aus Linz. Allerdings tun sie das in Wien, was an der in der Ferne stehenden Karlskirche erkennbar ist, womit wir uns wohl auf dem alten Naschmarkt befinden. Emil Barbarini, 1855 als Sohn des bekannten Landschaftsmalers Franz Barbarini in Wien geboren, wo er auch 1930 starb, hat diesen „Blumenmarkt in Wien“, in Öl auf Holz, 26 x 39 cm, gemalt und signiert. Blühendes war ein beliebtes Thema von ihm, der diversen Marktszenen, etwa am Hof, und immer wieder am Naschmarkt, ja sogar den Blumenverkauf vor der Oper, genauso wie den Fischverkauf auf den Märkten in Holland und Belgien für die Nachwelt in Öl festhielt.

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KUNSTHANDEL ERICH WENINGER, Wien

Der Kunsthandel wurde 1974 von Erich Weninger in Wien gegründet. Als Motivation dahinter stand die große Leidenschaft für die Kunst, die Erich Weninger bereits während seiner Gymnasialzeit erfasst hatte. Zunächst wurde das Geschäft als klassischer Kunst und Antiquitätenhandel geführt. Seit rund zehn Jahren bestimmt die zeitgenössische
Kunst das Programm. Wobei bedeutende und klingende österreichische Namen wie Arnulf Rainer, Hermann Nitsch und allen voran Karl Korab das Angebot dominieren.

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