04.11.2019

#8 - Die Aussteller

ESELSOHREN FÜR DEN REICHEN KÖNIG MIDAS

Olymp oder nicht, das ist manchmal die Frage. Durchaus auch in der Kunst, wo sich antike Götterwelt und christlicher Glaube treffen. Heilige und Hausgötter halten auch 2019 wieder Einzug in die Hofburg.

KUNSTHANDEL STRASSNER MARKUS, Schärding
Es ist ein höchst lebendiges Treiben, lauter mythologische Szenen, ein Figurengewirr, dazwischen ein paar gestrenge Karyatiden, die dem Ganzen ein wenig Ordnung verleihen. Prachtvoll ist diese museale Prunk-Schauplatte, von Kunsthandel Markus Strassner offeriert. Kunstvoll wurde das stattliche 70 cm lange Stück im 19. Jahrhundert in Wien oder Erbach im Odenwald, wo man seit dem 18. Jahrhundert die Kunst der Elfenbeinschnitzerei pflegte und perfektionierte, gefertigt. 
Und weil in der Mythologie Götterwelt und Erdbewohner gerne aneinandergeraten, passt ein Paar Bibliotheksgloben, ein Himmels- und ein Erdglobus aus dem Italien des 17. Jahrhundert, perfekt dazu.

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KUNST & ANTIQUITÄTEN WIMBERGER, Linz
Das antike Rom hatte seine Schutz- und Hausgötter, die Laren und die Penaten, die als gute Geister die Familie und den Herd schützten. Im barocken Salzkammergut, in der Zeit um 1730, kannte man dann nur noch einen Gott, und der wurde wohl vor einem kleinen feinen Hausaltar angebetet. Bei Kunst & Antiquitätenhandel Wimberger kann man vor diesem Stück in musealer Qualität niederknien oder viele andere schöne Dinge von der Gotik bis zum Art Déco adorieren.

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KUNSTHANDEL MICHAEL KRAUT, Bleiburg
Die Galerie aus Bleiburg in Südkärnten wurde im Jahre 1994 von Michael Kraut gegründet und hat den Schwerpunkt ihres Programmes auf Arbeiten der Klassischen Moderne, die vor allem durch Werner Berg und Zoran Music vertreten ist, gelegt. Diesmal lädt auch Zoran Music zu Einkehr und Andacht, wenn er den Betrachter in seiner unnachahmlichen Malkunst in das „Interieur einer Kathedrale“ mitnimmt, das er 1984 in Mischtechnik, 40 x 25,8 cm groß auf altes Papier gebracht hat.
Werner Berg ist mit einem „Hof im Winter“ von 1939 dann als der zweite Hausgott auf dem Hofburg-Stand von Kunsthandel Michael Kraut eingezogen.

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ANTIQUITÄTEN UND BILDERGALERIE ANTON FIGL, St. Pölten
Eine ganze Menge für die prächtige Ausstattung eines Kircheninterieurs hat traditionell Antiquitäten und Bildergalerie Figl beizusteuern. Diesmal wären da etwa das Relief einer „Geburt Christi“, in Tirol um 1490 aus Zirbenholz geschnitzt, 70 cm hoch, und in der originalen Fassung erhalten. Oder die gotische Statue einer Hl. Magdalena, aus Lindenholz, um 1500 geschnitzt und 93,1 cm groß. Sie steht dabei ganz passend auf einem seltenen gotischen Schränkchen, geschnitzt, in originaler Vergoldung und Bemalung, aus Tirol um 1450.

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KUNSTHANDEL ZÖCHLING, Wien
Mythologie und die Kunst der Alten Meister treffen bei Kunsthandel Zöchling vor dem „Urteil des Midas“ zusammen, das Hans Rottenhammer (1564 München – 1625 Augsburg) und Jan Brueghel d. Ä. (1568 Brüssel-1625 Antwerpen) in Öl auf Kupfer, 26 x 34,5 cm, gemalt haben. Es handelt sich dabei um ein vor allem in der Renaissance sehr beliebtes Thema. Gezeigt wird der Musikwettstreit zwischen Pan und Apoll, der vom Berggott Tmolos zu Gunsten Apolls entschieden wird, was König Midas gar nicht passt. Nachdem er ungefragt Kritik geübt hat, bestraft ihn Apoll mit Eselsohren.

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NATALIA RIEDL, München

Hoppla, doch kein Alter Meister? Die grandios abstrusen Welten des Hieronymus Bosch hat der Russe Micha Lobi ganz genau studiert. Er übersetzt Boschs fantastische Szenarien, dieses Panoptikum an absurden Fantasiewesen, Monstern, rätselhaften Gestalten und inmitten der malträtierte Mensch, mit einem kräftigen Augenzwinkern in heutige Bildwelten. Natalia Riedl aus München bietet Micha Lobis Bosch-Paraphrasen, die er als bunte Schaubilder in hängefreundlichen Formaten malt, zum ersten Mal in der Hofburg an.

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